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Berlin, den 20. November 2013 PDF Dokument Übersicht
Zusatzfinanzierung für Unimedizin unbedingt im Koalitionsvertrag festschreiben

Die Deutsche Hochschulmedizin und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) fordern gemeinsam, die Sonderfinanzierung der Universitätsmedizin im Koalitionsvertrag festzuschreiben.

„Die Koa AG Gesundheit und Pflege hat zwar einzelne Probleme der Universitätsmedizin anerkannt, wie die Unterfinanzierung der Hochschulambulanzen. Es fehlt aber nach wie vor ein umfassendes Konzept für die wirtschaftliche Stabilisierung und die gezielte Förderung der Hochschulmedizin im internationalen Wettbewerb“, kommentiert Professor Heyo Kroemer, Präsident des MFT.

Die Universitätsmedizin prägt mit ihrer einzigartigen Verbindung von Forschung, Lehre und Krankenversorgung maßgeblich die Qualität des deutschen Gesundheitssystems. „Nur die Universitätsmedizin bringt durch ihre translationale Forschung den Fortschritt in das medizinische System und gewährleistet, dass Forschungsergebnisse den Patienten zugutekommen“, sagt Professor Karl Heinz Rahn, Präsident der AWMF. Uniklinika übernehmen zahlreiche Sonderaufgaben für das Gesundheitssystem (z.B. die Versorgung von Patienten mit Seltenen Erkrankungen, Überregionale Zentren, Weiterbildung, Notfallvorhaltung, besonderes aufwändige Fälle).

„Trotzdem gelten für die Unimedizin die gleichen finanziellen Rahmenbedingungen wie für Krankenhäuser, die diese Aufgaben nicht in gleichem Umfang wahrnehmen. Das darf so nicht bleiben. Wir fordern deshalb einen Systemzuschlag für die besonderen Aufgaben der Universitätsmedizin“, so Professor Michael Albrecht, Erster Vorsitzender des VUD.

Die besondere Rolle der universitären Medizin für das Gesundheitssystem, den medizinischen Fortschritt sowie die Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten muss langfristig gesichert werden. Die Regierungskoalition soll diese Sonderrolle anerkennen und entsprechende Finanzierungsinstrumente entwickeln. Der Bund ist aufgefordert, sich wieder dauerhaft an der unzureichenden Investitionsfinanzierung der Universitätsmedizin zu beteiligen. Nur so kann die bauliche und apparative Ausstattung in den Kliniken verbessert werden.

Die Investitionsfinanzierung durch die Bundesländer liegt seit Jahren unter dem eigentlichen Bedarf. Die Kosten für Personal, Medikamente und Energie steigen seit Jahren schneller als die Finanzierung der Unimedizin. Der Rationalisierungsdruck ist enorm, die Reserven weitgehend aufgebraucht. Schon im nächsten Jahr wird ein Großteil der Uniklinika rote Zahlen schreiben. Unter diesen Bedingungen kann die deutsche Universitätsmedizin ihre internationale Spitzenposition auf Dauer nicht behaupten.

Das gemeinsame Positionspapier der Deutschen Hochschulmedizin und des AWMF finden Sie hier.

Kontakt

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