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Berlin, den 06.03.2014 PDF Dokument Übersicht
Hohe Anforderungen an die Qualität von Universitätskliniken

„In- und ausländische Hochschulen und Krankenhäuser versuchen, vermehrt in Deutschland medizinische Studiengänge mit einer klinischen Ausbildung aufzubauen. Die neuen Anbieter werben dabei mit dem Status „Universitätsklinikum“, ohne dass die Anforderungen sachgerecht abgeprüft werden“, sagt Professor Heyo Kroemer, Präsident des MFT Medizinischen Fakultä-tentages.

„In einigen Fällen werden Krankenhäuser einfach zu Universitätskliniken ernannt. Teilweise wird dieses Vorgehen auch von einzelnen Bundesländern gebilligt, ohne dass diese ernsthaft prüfen, ob dort qualitätsgesicherte Studienbedingungen herrschen. Studieninhalte und -ablauf, Qualifikation des Lehrpersonals sowie Aufsichts- und Kontrollmechanismen sind im Gegensatz zu den öffentlichen Universitäten intransparent. Hier brauchen wir dringend mehr Transparenz über die Qualität“, fordert Ralf Heyder, Generalsekretär des Verbandes der Universitätsklinika (VUD). Dabei wird übersehen, dass ein Krankenhaus für die universitäre Ausbildung nur dann die Voraussetzungen erfüllt, wenn konkrete Qualitätsmerkmale in Lehre und Forschung nachgewiesen werden, die weit über die Anforderungen für Akademische Lehrkrankenhäuser hinausgehen. Während ein Akademisches Lehrkrankenhaus unter der Aufsicht einer Universität eine Teilverantwortung für das Praktische Jahr im Medizinstudium übertragen bekommt, muss die wissenschaftliche Ausbildung an einer Universität mit Universitätsklinikum erfolgen.

Der VUD und der MFT haben deshalb gemeinsam einen Katalog mit Kriterien zusammengestellt, der konstituierend für Universitätsklinika sein muss. Dieser Katalog stellt die Alleinstellungsmerkmale von Universitätsklinika zusammen. Wird er nicht erfüllt, dann sollte auch davon Abstand genommen werden, einem Krankenhaus den Status „Universitätsklinikum“ zuzubilligen. Ebenso dürfen Akademische Lehrkrankenhäuser nicht kurzer Hand für die Ausbildung des gesamten klinischen Studienabschnitts legitimiert werden. Derartige Regelungen sind mit gravierenden Qualitätseinbußen in der ärztlichen Ausbildung verbunden, die später nicht mehr aufgehoben werden können. Sie verstoßen dazu gegen das EU-Recht.

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